26. Mai 2013

5 Tage all inclusiv...

... oder Zwangsquarantäne bei Radiojodtherapie!


Ich hatte es schon länger vor mir her geschoben, aber nun wurde es doch Zeit mal eine Gesundheitsbaustelle zum Abschluß zu bringen. Meine Schilddrüse funktioniert nicht so wie sie es eigentlich tun sollte und ich hatte die Wahl, sie mir zu operativ entfernen zu lassen oder eine Radiojodtherapie zu machen. Nach einer sehr netten und auch sehr aufschlußreichen Beratung durch meine Nuklearmedizinerin entschied ich mich zu der radioaktivem Verstrahlungsvariante.
 

Radiojodtherapie

Die Radiojodtherapie (RJT, auch Radioiodtherapie, RIT) ist ein nuklearmedizinisches Therapieverfahren zur Behandlung der Schilddrüsenautonomie, des Morbus Basedow, der Schilddrüsenvergrößerung und bestimmter Formen des Schilddrüsenkrebses. Eingesetzt wird das radioaktive Jod-Isotop 131Jod, das ein überwiegender Beta-Strahler mit einer Halbwertszeit von acht Tagen ist und im menschlichen Körper nur in Schilddrüsenzellen gespeichert wird.
Die Radiojodtherapie unterliegt in vielen Ländern besonderen gesetzlichen Voraussetzungen und kann in Deutschland nur stationär durchgeführt werden. Die Therapieform wird seit den 1940er Jahren angewendet und gilt als nebenwirkungsarm und auch in der langjährigen Verlaufsbeobachtung als sicher. In Deutschland existieren etwa 150 Therapieeinrichtungen, in denen etwa 60.000 bis 70.000 Behandlungen jährlich durchgeführt werden.                                            [Quelle: Wikipedia]


Vor der stationäre Aufnahme wurde allerdings erstmal ein Radiojodtest gemacht. Anhand dessen errechnet wird, wie hoch die eigentliche Dosis sein muss um die Schilddrüsen dann auch wirklich kaputt zubekommen. Innerhalb von 6 Wochen nach der Testung sollte dann der stationäre Aufnahmetermin sein.
Ich bin am Montag den 13.Mai aufgenommen worden. Als erstes mir wurde nochmal Blut abgenommen und ich hatte ein nettes Vorgespräch mit dem Chefarzt. Der hat mir dann auch direkt die Radiojodkapsel verabreicht und danach hieß es die Zeit rum zubekommen. Man muss die ersten 24Std. auf seinem Zimmer bleiben und die Krankenschwester reicht einem das Essen auf Abstand ins Zimmer, ansonsten hat man keine weiteren Kontakte.
An Tag 2 wurde dann meine Strahlung gemessen und ein Szinitgramm gemacht, um zu kontrollieren ob meine Schilddrüse auch ausreichend Jod aufgenommen hat. Die Strahlungsmessung ergab, dass ich am Nachmittag auch schon wieder auf den Flur durfte um mich etwas zu bewegen. Allerdings mit der Vorraussetzung,  dass wenn mir eine Schwester begegnen sollte ich bitte mindesten 2 Meter Abstand halte. Das sollte keine Problem sein, hauptsache ich muss nicht nur auf dem Zimmer bleiben!





Die Unterbringen war normaler Krankenhausstandard, Zwei-Bettzimmer mit Flachbildschirm und ner kleinen Sitzecke. Bad, sprich Waschbecken und seperat WC mit Dusche, war im Zimmer integriert. Es gab sogar eine kleine Minibar, allerdings nur mit Wasser befüllt. Für die Zeit in der man das Zimmer nicht verlassen darf und damit die Schwester nicht ständig Wasser auslierfern muss. Wenn man wieder Flurausgang hatte konnte man eine kleine Leseecke aufsuchen oder aber im Aufenthaltsraum einen Kaffee oder Tee trinken.

Insgesamt war ich von Montag bis Freitag in Krankenhaus. Es wurde jeden Tag der Strahlungsgrad gemessen und erst nachdem der gesetzlich vorgeschriebene Wert erreicht wurde konnte man entlassen werden. Somit hatte ich also eine Menge "Freizeit" auf die ich mich aber gut vorbereitet hatte. Ich hatte meinen Kindle und meinen Gameboy mit, wobei ich letzteren gar nicht benutzt hab wie mir grad auffällt. Block und Stifte, damit ich mir endlich mal nen paar Gedanken zu meinen Tattoo machen konnte und mein iPhone natürlich, mit ihm bin ich durchs www-gesurft. Die übrige Zeit habe ich mit Füße hochgelegt, Fernsehen geschaut und gestrickt oder aber ich habe telefoniert.

Fazit: Ich habe 1 1/2 Paar Socken fertig, 1 1/2 Bücher gelesen und endlich eine ungefähre Vorstellung in welche Richtung das Tattoomotiv gehen soll!
Das war doch mal sinnvoll genutzte Zwangsfreizeit!
Jetzt heißt es Daumen drücken und hoffen, dass es mit dem einen Mal auch erledigt ist und meine Schilddrüse sich nun langsam selbst zerstört. Genaueres weiß ich erst beim Kontrollszinitgramm im August oder aber bei den Laborkontrollen im Vorfeld.

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